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Abenteuer Bau ?!
Das muss nicht sein, hier einige Tipps für den Bauherrn:

1.

Informieren Sie sich vor Erwerb eines unbebauten Grundstücks über dessen Bebaubarkeit (etwa durch Einholung eines Bauvorbescheides bei der zuständigen Baubehörde).

Behalten Sie sich bei durch den Verkäufer zugesicherter Bebaubarkeit der zu erwerbenden Immobilie für den Fall späterer Nichtbebaubarkeit ein vertragliches Rücktrittsrecht und eine Schadenersatzregelung im notariellen Kaufvertrag vor.

2.

Lassen Sie abzuschließende Verträge auch in juristischer Hinsicht sachkundig überprüfen.

Gemeinnützige Vereine, Verbraucherberatungen, der Bauherrenschutzbund, auf Fragen des Bau- und Immobilienrechts spezialisierte Rechtsanwälte und andere stehen Ihnen hier hilfreich zur Seite.

Planen Sie die hierfür erforderlichen Ausgaben in die Finanzierung Ihres Bauvorhabens ein; sie sind angesichts des Wertumfangs Ihres Bauprojektes in jedem Falle geringer, als die im möglichen späteren Streitfall entstehenden Kosten – Bauprozesse sind im Regelfall (abhängig vom Wert des Streitgegenstands) teuer.

3.

Prüfen Sie vor Abschluss von Bauverträgen die wirtschaftliche Stabilität Ihres Auftragnehmers.

Das preisgünstigste Angebot muss nicht das Beste sein – es gibt kaum Unangenehmeres als die Insolvenz eines Baubeteiligten während der Bauausführung.

4.

Lassen Sie sich – wenn verhandelbar – von Ihrem Auftragnehmer Sicherheit für dessen Vertragserfüllung leisten; etwa durch Gestellung einer Vertragserfüllungsbürgschaft.

5.

Schützen Sie sich vor den Folgen verzögerter Leistungserbringung Ihres Auftragnehmers.

Vereinbaren Sie im Bauvertrag für den Fall verspäteter Leistungen empfindliche Vertragsstrafen und weitergehende Schadenersatzansprüche zu Ihren Gunsten.

6.

Kein Bauvorhaben ist mangelfrei; vereinbaren Sie daher bereits im Bauvertrag möglichst lange, die gesetzlichen Fristen verlängernde Gewährleistungfristen.

(Die gesetzlichen Fristen des BGB betragen seit dem 01.01.2002: 5 Jahre bei Bauwerken, 2 Jahre bei der Herstellung, Wartung oder Veränderung anderer Sachen, sonst 3 Jahre. Die Gewährleistungsfristen der VOB(B) – Verdingungsordnung für Bauleistungen – betragen – auszugsweise – für Bauwerke 4 Jahre, für Arbeiten an einem Grundstück 2 Jahre.)

7.

Achten Sie schon bei Abschluss des Bauvertrages darauf, dass Ihnen keine Vorauszahlungsverpflichtung an Ihren Auftragnehmer aufgebürdet wird.

Den gesetzlichen Regelungen folgend, kann nämlich ein Zahlungsanspruch Ihres Vertragspartners erst nach Erbringung entsprechender Leistungen oder Teilleistungen entstehen, wenn vertraglich nichts anderes verabredet ist.

8.

Die Bauvertragsdurchführung hat dynamischen Charakter, bestehen Sie daher darauf, dass sämtliche Vertragsergänzungen und Vertragsänderungen schriftlich fixiert werden – Sie vermeiden so für den Fall späteren Streits, in Beweisnot zu geraten.

9.

Schließen Sie bereits bauvertraglich jegliche Abnahmefiktion aus, vereinbaren Sie also in jedem Fall die Durchführung einer gemeinsamen förmlichen Abnahme mit Ihrem Auftragnehmer auf der Baustelle.

Erstellen Sie – gegebenenfalls unter Hinzuziehung eines Bauspezialisten Ihrer Wahl – ein gemeinsames Bauabnahmeprotokoll, listen Sie darin sämtliche Mängel auf und vereinbaren Sie feste Termine für die Realisierung der seitens Ihres Auftragnehmers noch geschuldeten Mängelbeseitigung.

Behalten Sie sich Ihre vertraglich vereinbarten Rechte im Abnahmeprotokoll ausdrücklich vor – und verweigern Sie die Abnahme, wenn wesentliche Mängel festgestellt worden sind.

10.

Bei wesentlichen Mängel steht Ihnen ein Zurückbehaltungsrecht hinsichtlich der Ihrem Auftragnehmer geschuldeten Vergütung zur Seite - und zwar bis zur dreifachen Höhe der Mängelbeseitigungskosten -, machen Sie hiervon im Falle des Falles wirksamen Gebrauch.


Diese Tipps können allenfalls einige Anhaltspunkte für Sie als Bauherrn sein. Lassen Sie Ihr Bauvorhaben daher auch von juristischen Spezialisten begleiten; diese können ebenso wichtig sein oder werden wie Ihr Architekt oder Ihr Prüfstatiker. Viel Erfolg für Ihr „Abenteuer“ Bau!

Download (Pressemitteilung_BSB_Juli_2008_BGH_Urteil_zur_VOB.pdf)


 
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